Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und Schwarz Digits haben auf der Münchner Sicherheitskonferenz eine strategische Kooperation vereinbart. Im Zentrum dieser Zusammenarbeit steht die Entwicklung und Stärkung souveräner Cloud-Infrastrukturen, die perspektivisch auch in Bundes- und Landesverwaltungen eingesetzt werden können. Dazu sind unter anderem regelmäßige Hospitationen und ein strukturierter fachlicher Austausch geplant.
Fokus auf resiliente und souveräne Cloud-Strukturen
Angesichts geopolitischer Spannungen und wachsender digitaler Abhängigkeiten gewinnt technologische Eigenständigkeit an Bedeutung. BSI-Präsidentin Claudia Plattner unterstrich, dass Digitalisierung heute zentrale Auswirkungen auf staatliche Handlungsfähigkeit und Sicherheit habe. „Digitalisierung wird zum Dreh- und Angelpunkt einer sich massiv verändernden Welt, mit Aus- und Wechselwirkungen auf Regeln des Miteinanders, Politik, Macht und staatlichen Interessen. Deutschland und Europa brauchen darauf eine starke Antwort. Ich freue mich daher außerordentlich, dass wir mit Schwarz Digits nun einen Partner an unserer Seite haben, mit dem wir die Digitalisierung in unserem Land gezielt und strategisch vorantreiben und gleichzeitig absichern: Durch innovative, hochperformante Produkte mit zeitgemäßen Sicherheits- und Souveränitätseigenschaften, von denen Staat, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen profitieren können. Das ist ein großer und wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer resilienten Cyber-Nation Deutschland."
Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger bezeichnete die Kooperation als Signal für Innovationskraft und europäische Handlungsfähigkeit. Die Verbindung staatlicher Sicherheitskompetenz mit industrieller Technologieentwicklung könne moderne und sichere Verwaltungsstrukturen ermöglichen.
Technologischer Ansatz von Schwarz Digits
Schwarz Digits bringt seine Cloud- und Sicherheitslösungen in die Partnerschaft ein. Nach Aussage von Christian Müller, Co-CEO von Schwarz Digits, stehen dabei technische Kontrollmechanismen, das Zero-Trust-Prinzip sowie Open-Source-Technologien im Mittelpunkt. Ziel sei es, Interoperabilität sicherzustellen und Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern zu vermeiden. Rolf Schumann, Co-CEO von Schwarz Digits, betont: „Echte digitale Freiheit entsteht nur durch die Kontrolle über eigene Daten und Systeme. Wir verstehen diese Partnerschaft als klares Signal für ein digital souveränes Europa, das seine Werte auch im Cyberraum entschlossen verteidigt."
Strategischer Rahmen des BSI
Das BSI verfolgt beim Thema digitale Souveränität einen zweigleisigen Ansatz: Einerseits soll die europäische Digitalwirtschaft gestärkt werden, andererseits geht es darum, bestehende Technologien so einzubetten, dass sie sicher und selbstbestimmt genutzt werden können. Entscheidend sind dabei einheitliche Sicherheitsanforderungen und hohe Interoperabilität, um für Flexibilität bei Anbieterentscheidungen zu sorgen. Die Vereinbarung mit Schwarz Digits beinhaltet keine konkreten Vergabe- oder Implementierungsentscheidungen. Sie dient vielmehr dem strategischen Austausch und der Weiterentwicklung sicherer, leistungsfähiger IT-Infrastrukturen für Verwaltung und Wirtschaft.