35. Ausgabe der SPS - Smart Production Solutions bringt rund 1.175 Aussteller aus 40 Ländern nach Nürnberg
SPS 2026 zeigt Automatisierung, Industrial AI und Software Defined Industry im industriellen Praxiseinsatz
Montag, 14. September 2026
| Redaktion
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Steffen Winkler, CSO BU Automation Bosch Rexroth und Vorsitzender des Ausstellerbeirats der SPS, Sylke Schulz-Metzner, VP SPS Mesago Messe Frankfurt und Martin Roschkowski, President Mesago Messe Frankfurt, auf der Pressekonferenz in Stuttgart im Vorfeld der SPS 2026
Steffen Winkler, CSO BU Automation Bosch Rexroth und Vorsitzender des Ausstellerbeirats der SPS, Sylke Schulz-Metzner, VP SPS Mesago Messe Frankfurt und Martin Roschkowski, President Mesago Messe Frankfurt, auf der Pressekonferenz in Stuttgart im Vorfeld der SPS 2026, Bilder: Tropal Media / Susanne Woggon

Die SPS Smart Production Solutions 2026 gibt vom 24. bis 26. November einen Überblick über aktuelle Entwicklungen der industriellen Automatisierung. Auf 15 Hallen verteilen sich Lösungen aus Sensorik, Antriebstechnik, industrieller Kommunikation und Software sowie Systeme für die digitale Fabrik. Die Veranstalter rechnen wie im Vorjahr mit rund 1.175 Ausstellern aus 40 Ländern. Die SPS 2026 feiert ein Jubiläum, denn sie findet bereits zum 35. Mal statt. „35 Jahre, das ist nicht selbstverständlich, dass eine Messe so eine Erfolgsgeschichte geschrieben hat“, freut sich Sylke Schulz-Metzner, Vice President SPS bei Mesago Messe Frankfurt.

Im vergangenen Jahr kamen rund 56.000 Besucher nach Nürnberg, fast 30 Prozent davon aus dem Ausland. Gegenüber der vorherigen Veranstaltung entsprach dies einem Besucherzuwachs von acht Prozent. Auch zog Veranstalter qualitativ ein positives Fazit: Denn 98 Prozent der befragten Besucher sind mit ihrem Besuch auf der Messe zufrieden. Schulz-Metzner hebt neben der Größe der Veranstaltung insbesondere deren Rolle beim Transfer neuer Technologien in die industrielle Praxis hervor: „Die SPS ist seit vielen Jahren der Ort, an dem technologische Entwicklungen sichtbar werden, bevor sie sich flächendeckend in der Industrie etablieren. Die Messe zeigt nicht nur Trends auf, sondern macht sie direkt erlebbar und ermöglicht den Austausch zwischen Anbietern, Anwendern und Innovationspartnern.“

SPS 2026 rückt erneut Industrial AI in den Mittelpunkt

Ein Schwerpunkt liegt auf dem zunehmenden Einsatz künstlicher Intelligenz in industriellen Prozessen. Anwendungen sollen dabei nicht nur als Entwicklungsthemen, sondern anhand konkreter Einsatzmöglichkeiten in der Produktion gezeigt werden. Industrial AI kann beispielsweise das Engineering unterstützen, Produktionsdaten analysieren, Prozesse in der Qualitätssicherung begleiten oder zur Optimierung von Maschinen und Anlagen eingesetzt werden. Auf der Messe sollen Aussteller zeigen, wie solche Anwendungen bereits in industrielle Automatisierungslösungen integriert werden. Steffen Winkler, CSO Business Unit Automation bei Bosch Rexroth und Vorsitzender des Ausstellerbeirats der SPS, sieht insbesondere KI, softwarebasierte Lösungen und offene Systeme als Treiber der aktuellen Entwicklung. Erstmal werde man echte Ansätze für Industrial AI in der Praxis erleben können. Für Unternehmen stelle sich dabei zunehmend die Frage, welche Technologien bereits industrietauglich seien und welchen messbaren Nutzen sie erzeugten.

Software Defined Industry verbindet IT und OT

Neben Industrial AI bildet die Software Defined Industry einen weiteren Schwerpunkt. Dabei verlagern sich Funktionen von fest definierten, hardwarezentrierten Strukturen zunehmend in softwarebasierte Architekturen. Produktionssysteme sollen dadurch flexibler angepasst, vernetzt und skaliert werden können. „Die Zukunft der Produktivität wird daten- und softwaregetrieben sein“, sagt Gunther Koschnick, ZVEI-Bereichsleiter Industrie. „Industrielle KI kann künftig ganze Wertschöpfungsketten analysieren und mitsteuern. Die langfristige Vision: Maschinen finden selbst den effizientesten Weg zu einem konkreten Produktionsziel.“

Wie solche Konzepte umgesetzt werden können, zeigt die Smartfactory-KL in der Software Defined Industry Area in Halle sechs. Im Mittelpunkt steht eine Modellfabrik, in der gemeinsam mit Industriepartnern erprobte Lösungen anhand eines Produktionsprozesses demonstriert werden. Tägliche geführte Touren ergänzen das Angebot. Marco Wanner, Head of IT/OT Solutions bei Xitaso und Vorstandsmitglied der Smartfactory-KL, betont dabei die Verbindung beider Welten: „Für uns in der Smartfactory bedeutet Software Defined Industry nicht, bestehende Maschinen einfach mit mehr Software auszustatten, sondern IT und OT zu einem durchgängigen System zu verbinden. So entstehen Produktionssysteme, die flexibler und schneller an neue Anforderungen angepasst werden können.“

SPS 2026 zeigt industrielle 5G-Anwendungen

Auch die industrielle Kommunikation wird anhand konkreter Anwendungen behandelt. Die 5G Alliance for Connected Industries and Automation, kurz 5G-ACIA, organisiert täglich eine geführte Tour zu Mitgliedsunternehmen wie Siemens, Phoenix Contact, Fraunhofer und Ericsson. Im Mittelpunkt stehen Anwendungsfälle und Kommunikationslösungen für die Industrie. Zusätzlich zeigt die 5G-ACIA DemoWall technische Ansätze und Einsatzszenarien für den industriellen Einsatz von 5G.

Vier Bühnen greifen aktuelle Automatisierungsthemen auf

Das Vortragsprogramm verteilt sich auf vier Bühnen in den Messehallen 1, 3C und 6. Dazu gehört auch die Technology Stage von VDMA und ZVEI in Halle 3. Experten aus der Branche behandeln dort technologische Entwicklungen und Anwendungen aus der industriellen Praxis. Zu den Vortragsthemen auf der SPS 2026 gehören:

  • Industrial AI
  • industrieller Kommunikation 
  • Cybersecurity
  • Safety
  • digitale Transformation
  • Intelligente Steuerungen und Visualisierung
  • Sensoren, Antriebe
  • Roboter in der Automatisierung
  • nachhaltige Produktionskonzepte. 

Das Programm ergänzt damit die Anwendungen und Produkte an den Messeständen um fachliche Diskussionen und Hintergrundinformationen.

SPS 2026 bringt Automatisierung und IT zusammen

In Halle 6 verbindet die Area „Automation meets IT“ klassische Automatisierungstechnik mit Lösungen aus der Informationstechnik. Ergänzt wird das Angebot durch eine internationale Start-up Area und den vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Gemeinschaftsstand „young INNOVATORS“. Auch der technische Nachwuchs ist Teil des Messeprogramms. Beim SPS Makeathon können Teilnehmer praktische Erfahrungen mit Automatisierungstechnologien sammeln. Das Format wird von ITQ, New Automation, der Nürnberg-Messe und beteiligten Ausstellern unterstützt. Weitere Angebote richten sich an Schüler, Studierende, Auszubildende und Berufseinsteiger.

Damit verbindet die SPS ihr 35-jähriges Bestehen mit mehreren Technologien, die derzeit den Wandel der industriellen Automatisierung bestimmen. Im Vordergrund stehen insbesondere der Übergang von KI-Pilotprojekten zu industriellen Anwendungen, softwarebasierte Produktionskonzepte und die stärkere Vernetzung von IT und OT.

Steffen Winkler gibt als Vorsitzender des Ausstellerbeirats der SPS einen Einblick in die aktuelle Entwicklung der Maschinenbau- und Automatisierungsbranche
Steffen Winkler gibt als Vorsitzender des Ausstellerbeirats der SPS einen Einblick in die aktuelle Entwicklung der Maschinenbau- und Automatisierungsbranche

Positive Entwicklungen für die Automatisierungsbranche

Die SPS 2026 findet vor dem Hintergrund einer zuletzt positiven Umsatzentwicklung in der Automatisierungsbranche statt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts und des ZVEI stieg der Umsatz der deutschen Automatisierungsbranche 2025 um 1,7 Prozent auf 60 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2026 lagen die Umsätze 6,4 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Ende Juni waren rund 250.000 Menschen in der Branche beschäftigt. Die Europäische Union bleibt mit einem Anteil von 45 Prozent an den Gesamtexporten der wichtigste Absatzmarkt. Im Maschinenbau zeigt sich dagegen bei der Beschäftigung eine verhaltenere Entwicklung: Im Mai 2026 arbeiteten in Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten rund 979.000 Menschen, 2,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig verbesserte sich das Ifo-Geschäftsklima im Maschinenbau im Juli und lag nur noch leicht im negativen Bereich. Die Erwartungen für die kommenden sechs Monate drehten wieder ins Plus. Digitalisierung, Elektrifizierung und Automatisierung gelten weiterhin als zentrale Wachstumstreiber für die industrielle Entwicklung.

Im Rahmen der Pressekonferenz erörterte Steffen Winkler, dass der deutsche Maschinen- und Anlagenbau seiner Ansicht nach aufgrund der globalen Wettbewerbssituation voraussichtlich nicht mit gleicher Stärke zurückkehren werde. Deshalb sei Flexibilität gefragt. Derzeitige Wachstumsmärkte finden sich in der Halbleiterindustrie, im Verteidigungssektor sowie in den Bereichen Infrastruktur und Energietechnik. Die Automatisierer sähen Licht am Ende des Tunnels, auch wenn sich die Märkte verschieben. Er betont, dass Unternehmen für zukünftiges Wachstum neuen Märkten folgen sollten, sei es in Bezug auf andere Branchen, Technologien oder Regionen.

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