Die Aufzugsicherheit rückt zunehmend in den Fokus der technischen Infrastruktur. Auf der Grundlage aktueller Prüfdaten zeigt sich ein deutlicher Handlungsbedarf: Der „Anlagensicherheitsreport 2026“ macht deutlich, dass ein Großteil der Aufzugsanlagen in Deutschland Mängel aufweist. Gleichzeitig gewinnen Aspekte wie Cyber-Sicherheit für Betreiber zunehmend an Bedeutung.
Aufzugsicherheit unter Druck durch steigende Mängelquoten
Im Jahr 2025 wurden insgesamt 723.270 Aufzugsanlagen geprüft. Davon wiesen 10,8 Prozent erhebliche Mängel auf. Bei 0,8 Prozent, rund 5.800 Anlagen, wurden gefährliche Mängel festgestellt. Etwa 3.000 Aufzüge mussten stillgelegt werden, da eine unmittelbare Gefährdung bestand. Typische Ursachen sind verschlissene Tragseile, defekte Türverriegelungen oder ausgefallene Notrufsysteme. „Aufzugsanlagen sind Teil der Sicherheitsarchitektur von Wohn- und Geschäftsgebäuden. Sie müssen sowohl im Alltag also auch in kritischen Situationen einwandfrei funktionieren“, erklärt Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des Tüv-Verbands.
Cyber-Sicherheit beeinflusst Sicherheit von Aufzügen zunehmend
Neben klassischen technischen Defekten gewinnt die Cyber-Sicherheit an Bedeutung. 64,7 Prozent der geprüften Anlagen wiesen geringfügige Mängel auf, ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren. Ein wesentlicher Grund dafür sind fehlende Nachweise zur Umsetzung von Cyber-Sicherheitsmaßnahmen. Betreiber sind verpflichtet, entsprechende Schutzmaßnahmen zu dokumentieren. Werden diese nicht nachgewiesen, wird dies als Mangel gewertet. „Die Gefahr von Cyber-Angriffen auf vernetzte Anlagen der Gebäudetechnik ist sehr real. Hersteller und vor allem Betreiber sollten die Cybersicherheit ernst nehmen und ihren Pflichten nachkommen. Damit leisten sie einen Beitrag zur Resilienz der technischen Infrastruktur in Deutschland“, betont Bühler. Die zunehmende Vernetzung führt dazu, dass Aufzugsicherheit nicht mehr nur mechanisch und elektrisch gedacht werden kann, sondern auch digitale Risiken berücksichtigt werden müssen.
Aufzugsicherheit erfordert regelmäßige und unabhängige Prüfungen
Die Prüfstruktur sieht einen Wechsel zwischen Hauptprüfung und Zwischenprüfung vor. Gerade die Zwischenprüfung zeigt, dass auch im laufenden Betrieb relevante Mängel auftreten. Im Jahr 2025 wurden bei 7,2 Prozent der Zwischenprüfungen erhebliche oder gefährliche Mängel festgestellt. Weitere 54,3 Prozent der Anlagen wiesen geringfügige Mängel auf. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Wartungsmaßnahmen allein nicht ausreichen, um Sicherheitslücken vollständig zu erkennen.
Aufzugsicherheit als Bestandteil technischer Infrastruktur
Insgesamt waren 76,3 Prozent aller geprüften Aufzugsanlagen mit Mängeln behaftet, ein Höchststand. Damit wird deutlich, dass Aufzugsicherheit ein zentraler Bestandteil der technischen Infrastruktur ist. Neben der klassischen Instandhaltung gewinnen organisatorische und digitale Maßnahmen an Bedeutung. Betreiber sind gefordert, sowohl technische als auch regulatorische Anforderungen umzusetzen, um die Sicherheit und Verfügbarkeit der Anlagen langfristig sicherzustellen.