Aufgrund geopolitischer Spannungen und technologischer Fortschritte haben sich der Wettbewerb und die Sicherheitslage im digitalen Bereich rapide verschärft. Die damit verbundenen Herausforderungen waren Schwerpunkt der von Schwarz Digits organisierten Cyber Security Conference 2025. Die Veranstalter begrüßten am 12. und 13. März in Heilbronn rund 150 Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik und öffentlicher Hand. Neben der Cyber-Sicherheit stand die digitale Souveränität im Mittelpunkt.
Europa braucht eigene Lösungen für Cyber Security
„Die Cyber-Bedrohungslage ist längst nicht mehr abstrakt, sondern eine akute Gefahr für unsere Sicherheit und Souveränität“, erklärt Dr. Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr. „Europa ist auch in Cyber-Fragen zunehmend auf sich allein gestellt und muss jetzt entschlossen handeln. Es ist an der Zeit, dass wir uns von den Abhängigkeiten aus dem Ausland befreien und stattdessen eigene, europäische Lösungen im Bereich der Cyber-Sicherheit fördern und unterstützen. Nur so können wir unsere digitale Souveränität wahren und unsere Bürger und Unternehmen effektiv schützen."
Sichere, kontrollierte Nutzung bestehender Produkte und Services unter allen Umständen
„Deutschland und Europa müssen die Nutzung und wirksame Absicherung kritischer Systeme unter der Kontrolle nationaler und europäischer Akteure gewährleisten können", führt Claudia Plattner, Präsidentin des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) auf der Konferenz aus. „Digitale Produkte und Services sicher nutzbar zu machen, kann aber nicht gleichbedeutend damit sein, nur noch Produkte und Services ‚made in Germany‘ oder ‚made in Europe‘ zu verwenden. Es kommt auch darauf an, bestehende Produkte und Services technisch so zu härten und zu gestalten, dass ihre sichere, kontrollierte Nutzung unter allen Umständen möglich ist.“
Geopolitische Entwicklungen zeigen Dringlichkeit für digital souveränes Europa
Neben der Cyber-Sicherheit steht die digitale Souveränität im Zentrum. „Andere Staaten definieren gerade die Spielregeln der internationalen Beziehungen neu“, sagt Christian Müller, Co-CEO von Schwarz Digits. „Sie unterscheiden privatwirtschaftliche Interessen nicht mehr von staatlichen; individueller Profit scheint ihnen wichtiger als internationale Partnerschaften.“
Rolf Schumann, Co-CEO von Schwarz Digits ergänzt: „Die Entwicklungen auf internationaler Bühne machen deutlich: Wir müssen dringend deutsche und europäische Lösungen stärken, sonst werden wir zur Datenkolonie anderer Staaten“.
Cyber Security Report 2025 zeigt umfangreiches Lagebild und Handlungsempfehlungen
Vor welchen Herausforderungen Deutschland und Europa im Bereich Cyber-Sicherheit und digitaler Souveränität stehen, zeigt der Cyber Security Report von Schwarz Digits. Er fasst die aktuelle Lage anhand eigens durchgeführter Studien verständlich zusammen und gibt Handlungsempfehlungen. So wurden 2024 etwa sechs Milliarden Euro für Cyber-Sicherheitslösungen ausgegeben. Trotz dieser beträchtlichen Investitionen liegen die Schäden mit 179 Milliarden Euro fast dreißigmal so hoch. Große Unternehmen sind mittlerweile gut aufgestellt, kleine und mittlere sind unterinvestiert. Sie fühlen sich zudem von Behörden im Kontext NIS2 allein gelassen. Es fällt ihnen auch schwer, ihre Lieferkettenrisiken zu kontrollieren. Darüber hinaus wird deutlich, dass Entscheider die Auswirkungen von hybrider Kriegsführung unterschätzen.
Schutz digitaler Identitäten in ganz Europa
Carsten Meywirth, Leiter der Abteilung Cybercrime im Bundeskriminalamt erläutert in seiner Keynote: „Cyber-Bedrohungen betreffen nicht nur Unternehmen oder Behörden. Die allgegenwärtige Digitalisierung im Privaten führt zu immer perfideren Betrugs- und Erpressungsmaschen, die sehr großen Schaden anrichten können, materiell und emotional. Deshalb ist es auch für Privatpersonen unabdingbar, sich beispielsweise vor Datendiebstahl zu schützen.“
Hoher Bedarf an Cyber Security: Rund vier Milliarden gestohlene Datensätze im Januar 2025
Bereits 2023 sah das BSI Identitätsdiebstahl als größte Bedrohung für die Gesellschaft. Allein im Januar 2025 waren knapp vier Milliarden Datensätze von Tausenden Datenlecks betroffen. Mit gestohlenen Daten wie Passwörter, Führerschein, Postadressen oder Logins, können Kriminelle auf Konten von Privatpersonen zugreifen, Verträge in deren Namen abschließen, Einkäufe tätigen, Cyber-Angriffe auf kritische Infrastrukturen durchführen oder erpresserische Betrugsszenarien umsetzen. Häufig merken Betroffene nicht, wenn Cyber-Kriminelle Daten stehlen. Sollten die gestohlenen Daten auch immer wieder verwendete Passwörter beinhalten, kann das schwerwiegende Konsequenzen haben. Betroffene leiden jahrelang unter den Folgen.
Cyber Security App überwacht persönliche Daten
Schwarz Digits hat auf der Konferenz die App „omniac“ vorgestellt. Der Service überprüft rund um die Uhr mehr Daten als jeder andere Anbieter auf Datenlecks. Dazu gehören persönliche Daten aus Cyber-Angriffen von Crypto Wallets über Passwörter bis hin zum Führerschein. Wenn Daten im Internet, Deep Web oder Darknet auftauchen, erhalten Nutzer sofort eine Warnmeldung. Klare Handlungsempfehlungen sollen Missbrauch verhindern. Die Daten der Nutzer sind verschlüsselt und werden mit den verschlüsselten Daten aus verifizierten Datenlecks abgeglichen. „Jeder Mensch möchte ein selbstbestimmtes digitales Leben ohne Sorge um Missbrauch der eigenen Daten führen“, betont Rolf Schumann. „Deshalb müssen wir auch Menschen ohne technisches Verständnis in ganz Europa befähigen, ihre Sicherheit zu schützen und die Souveränität über ihre Daten zu behalten. Omniac ermöglich genau das.“