Die Bedeutung von Cyber-Sicherheit nimmt in der industriellen Fertigung deutlich zu. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von ABB Robotics unter Führungskräften der Automobilindustrie. Demnach wird IT- und OT-Sicherheit inzwischen höher priorisiert als klassische Themen wie Kostensenkung, flexible Fertigung oder der Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Damit verändert sich die Rolle der Cybersecurity grundlegend. Sie entwickelt sich zu einem zentralen Faktor für stabile Produktionsprozesse und die zukünftige Ausrichtung der Branche.
Cyber-Sicherheit gewinnt in der Automobilindustrie an Gewicht
Die Ergebnisse der „Automotive Manufacturing Outlook Survey“ zeigen einen klaren Trend: 95 Prozent der Befragten bewerten Cyber-Sicherheit als wichtig, mehr als die Hälfte sogar als „äußerst wichtig“. Damit rückt das Thema in der Automobilindustrie an die Spitze der strategischen Prioritäten. Sicherheitsaspekte werden zunehmend als Voraussetzung für den Einsatz moderner Technologien betrachtet.
Vernetzte Produktion erhöht Anforderungen an Cyber-Sicherheit
Mit der zunehmenden Digitalisierung steigen auch die Anforderungen an sichere Infrastrukturen. Robotik, Bildverarbeitung, Datenanalytik und digitale Zwillinge sind heute eng miteinander vernetzt und bilden die Grundlage moderner Produktionssysteme. Diese Entwicklung macht eine zuverlässige Absicherung der Datenkommunikation erforderlich. Ohne geeignete Maßnahmen können Störungen direkt in den Produktionsprozess eingreifen.
„Cyber-Sicherheit ist für Hersteller nicht länger nur ein Ausblick auf die Zukunft, sondern eine zentrale Herausforderung, die sie bereits heute im Herzen ihrer Produktion meistern müssen“, betont Jörg Reger, Leiter der Business Line Automotive bei ABB Robotics. „Da Fabriken immer stärker vernetzt, softwaregetrieben und datenintensiv arbeiten, hat sich Cyber-Sicherheit zu einer unverzichtbaren Disziplin in der Fertigung entwickelt. Deshalb integrieren wir bei ABB Robotics Sicherheitsstandards seit Jahrzehnten konsequent in unsere Kultur und in die Entwicklung unserer intelligenten, vernetzten Automatisierungsplattformen, damit unsere Kunden die digitale Fertigung sicher vorantreiben können.“
Cyber-Sicherheit schützt vor Produktionsausfällen
Die Studie macht deutlich, dass Unternehmen die Risiken neu bewerten. Cyber-vorfälle betreffen nicht mehr nur IT-Systeme, sondern können direkt Produktionslinien und Lieferketten beeinträchtigen. Auch abgeschottete Anlagen sind nicht vollständig geschützt. Die zunehmende Vernetzung erhöht die Angriffsflächen und erfordert durchgängige Sicherheitskonzepte über alle Ebenen hinweg.
Regulatorische Anforderungen verstärken Handlungsdruck der Automobilindustrie
Zusätzlich treiben regulatorische Vorgaben die Entwicklung voran. Insbesondere europäische Regelwerke erhöhen die Anforderungen an Unternehmen der Automobilindustrie. Sicherheitsaspekte müssen bereits in der Entwicklungsphase berücksichtigt werden. Damit wird Cyber-Sicherheit zu einem festen Bestandteil industrieller Standards und Prozesse.
„Anstatt die Digitalisierung auszubremsen, fordern Hersteller heute mehr denn je die Gewissheit, dass eine vernetzte Produktion sicher und resilient betrieben werden kann“, erklärt Reger. „Da mehr als neun von zehn Befragten von einem steigenden Einsatz von KI und Big Data Management ausgehen und eine ähnlich hohe Zahl eine intensivere Nutzung digitaler Zwillinge und Simulationen plant, ist eine sichere Konnektivität längst unverzichtbar. Angesichts des Cyber Resilience Acts der EU benötigen Hersteller Partner, die bereits heute optimal darauf vorbereitet sind. Aus diesem Grund wurden Plattformen wie unsere Steuerungsfamilie ,OmniCore' von Grund auf für eine sichere und vernetzte Fertigung entwickelt. Sie ermöglichen modernste digitale Funktionen und geben unseren Kunden zugleich die volle Kontrolle darüber, wie und wo Konnektivität genutzt wird. Unser Anspruch ist es, sie dabei zu unterstützen, vernetzte Technologien so einzusetzen, dass sie sicher, robust und langfristig zukunftsfähig bleiben.“
Fazit: Cyber-Sicherheit wird in Automobilindustrie zum Bestandteil der Produktionsstrategie
Cyber-Sicherheit entwickelt sich in der Automobilindustrie zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor. Unternehmen erkennen zunehmend, dass sichere und vernetzte Produktionssysteme die Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit und Innovationsfähigkeit sind. Die Ergebnisse der Befragung markieren einen strukturellen Wandel. Cyber-Sicherheit wird nicht mehr als isoliertes IT-Thema betrachtet, sondern als integraler Bestandteil der Produktionsstrategie. Ansätze wie „Security by Design“ gewinnen an Bedeutung, da sie Sicherheit bereits in der Entwicklung von Systemen verankern. Dies schafft die Grundlage für stabile und skalierbare Produktionsumgebungen.