Ideen, die Leben schützen
Wettbewerb der BG RCI zeichnet neue Lösungen für Arbeitsschutz aus
Dienstag, 10. März 2026
| Redaktion
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Gewinner des Arbeitsschutz-Wettbewerbs: Jonas Binninger und Andreas Unterhuber von Wacker Chemie mit Thomas Leitmann, Vorsitzender des Präventionsausschusses der Vertreterversammlung der BG RCI
v.l.n.r.: Jonas Binninger und Andreas Unterhuber von Wacker Chemie mit Thomas Leitmann, Vorsitzender des Präventionsausschusses der Vertreterversammlung der BG RCI, Bild: BG RCI/Armin Plöger

Mit praxisnahen Ideen für mehr Arbeitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz hat die Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) erneut Unternehmen ausgezeichnet. Im Rahmen des Wettbewerbs „Arbeitsschutz GEWINNT!“ wurden Projekte prämiert, die Risiken im Arbeitsalltag reduzieren und die Gesundheit der Beschäftigten nachhaltig schützen. Die Bandbreite der eingereichten Konzepte reichte von neuen Lösungen zur Ladungssicherung über neuartige Kennzeichnungen von Gefahrenstellen bis hin zu baulichen Veränderungen, die Wartungsarbeiten deutlich sicherer machen.

Neue Ansätze für besseren Arbeitsschutz

Den ersten Platz belegte Wacker Chemie am Standort Burghausen. Das Unternehmen entwickelte ein Haltegurtsystem, mit dem sich Fässer und Kleingebinde sicher auf Paletten fixieren lassen. Der speziell entwickelte Gurt stabilisiert die Ladung während Transport und Handling. Gleichzeitig entfällt das bisher übliche Umwickeln der Gebinde mit Kunststofffolie, wodurch auch ökologische Vorteile entstehen.

Der zweite Preis ging an Johnson & Johnson Medical in Norderstedt. Dort wurde eine Lösung entwickelt, um Schächte dauerhaft sichtbar zu kennzeichnen und zusätzlich abzusichern. Ein Gitter mit integrierter Warnkennzeichnung wird unterhalb des Schachtdeckels montiert. Sobald der Deckel geöffnet wird, sind die Hinweise sofort erkennbar und das Gitter bietet gleichzeitig Schutz vor Abstürzen.

Den dritten Platz erhielt die RAG in Essen. Das Unternehmen verbesserte den Zugang zu Brunnenanlagen, die für die Reinigung kontaminierten Grundwassers genutzt werden. Die technische Ausrüstung wurde aus den engen Schächten an die Oberfläche verlegt. Dadurch können Wartungsarbeiten ergonomischer durchgeführt werden und auf zusätzliche Schutzmaßnahmen wie Atemschutz oder Absturzsicherung weitgehend verzichtet werden.

Breite Beteiligung am Wettbewerb für Arbeitsschutz

Insgesamt beteiligten sich rund 60 Unternehmen aus ganz Deutschland am aktuellen Wettbewerb. Nach einer Vorauswahl wurden 13 Projekte nominiert, die ihre Konzepte vor einer Fachjury präsentierten. Neben den drei Hauptpreisen erhielten alle weiteren nominierten Unternehmen eine Anerkennungsprämie. Die Jury würdigte insbesondere den praktischen Nutzen der Projekte für den betrieblichen Arbeitsschutz.

Sichere Arbeitsbedingungen als gemeinsames Ziel

Markus Oberscheven, Hauptgeschäftsführer der BG RCI, betont bei der Preisverleihung die Bedeutung der eingereichten Projekte für sichere Arbeitsbedingungen. „Auch wenn nachher nur drei von Ihnen auf der Bühne stehen werden - gewonnen haben Sie alle. Denn Sie haben aktiv dazu beigetragen, die Gesundheit und Unversehrtheit Ihrer Kolleginnen und Kollegen zu schützen. Damit sind Sie zu Menschenrettern geworden und dafür danken wir Ihnen.“ Die eingereichten Lösungen zeigen, wie Unternehmen durch technische Verbesserungen, organisatorische Maßnahmen oder kreative Ansätze den Arbeitsschutz im betrieblichen Alltag weiterentwickeln können.

Arbeitsschutz-Wettbewerb mit langer Tradition

Der Wettbewerb „Arbeitsschutz GEWINNT!“ zählt zu den bedeutendsten Initiativen für Arbeitsschutz in Deutschland. Seit 1997, zunächst unter dem Namen „VISION ZERO Förderpreis“, wurden mehr als 7.000 Ideen aus über 4.000 Betrieben eingereicht.

Mit Preisgeldern von bis zu 12.000 Euro gehört der Wettbewerb zu den höchstdotierten Auszeichnungen im Bereich Arbeitsschutz. Teilnahmeberechtigt sind Versicherte und Mitgliedsunternehmen der BG RCI, die innovative Konzepte für Sicherheit, Gesundheit und Prävention am Arbeitsplatz entwickeln.

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