Effizienz steigern, neue Geschäftsmodelle entwickeln
OT-Security als strategischer Erfolgsfaktor im Maschinenbau
Montag, 23. Februar 2026
| Redaktion
Teilen auf:
OT-Security: Die Gateways eignen sich für den Einsatz im industriellen Umfeld und verfügen über ein fein aufeinander abgestimmtes Portfolio an Sicherheitsfunktionen für IT- und OT-Systeme
Die Gateways eignen sich für den Einsatz im industriellen Umfeld und verfügen über ein fein aufeinander abgestimmtes Portfolio an Sicherheitsfunktionen für IT- und OT-Systeme, Bild: Endian

OT-Security wird im Maschinenbau noch häufig primär als Schutzmaßnahme verstanden. Tatsächlich ist sie jedoch weit mehr: In Kombination mit IT-Infrastrukturen bildet OT-Security die Grundlage für digitale Services, Effizienzsteigerungen und neue Geschäftsmodelle. Wer Maschinen vernetzt, braucht deshalb nicht nur Konnektivität, sondern eine ganzheitliche Sicherheitsstrategie.

Wirtschaftlicher Druck erhöht Anforderungen an OT-Security

Steigende Energie- und Rohstoffpreise, Fachkräftemangel sowie intensiver globaler Wettbewerb setzen Maschinenhersteller unter Margendruck. Gleichzeitig erwarten Kunden maximale Anlagenverfügbarkeit und schnellen Service. Die digitale Vernetzung von Maschinen eröffnet hier neue Möglichkeiten: Zustandsdaten können kontinuierlich ausgewertet werden, um Störungen frühzeitig zu erkennen und Wartungen gezielt zu planen. Voraussetzung für diese datengetriebenen Services ist jedoch eine belastbare OT-Security-Architektur.

Sichere Vernetzung als Fundament digitaler Services

In der Praxis treffen Hersteller auf heterogene Infrastrukturen. Neben modernen Anlagen mit integrierten Schnittstellen sind vielfach ältere Systeme im Einsatz. Für die sichere Einbindung dieser Brownfield- und Greenfield-Umgebungen spielen Security-Gateways eine zentrale Rolle. Sie trennen Produktionsnetze von der Unternehmens-IT, schützen Datenübertragungen und ermöglichen kontrollierten Fernzugriff. Lösungen wie die „Endian 4i“-Gateways lassen sich als Hardware-, Software- oder virtuelle Variante einsetzen. Bestehende x86-Systeme können dadurch weiterverwendet und zugleich mit aktuellen Sicherheitsfunktionen ausgestattet werden. Dies ist ein wichtiger wirtschaftlicher Vorteil.

Vernetzte Maschinen liefern wertvolle Erkenntnisse. Durch zentrale Auswertung lassen sich Anomalien identifizieren, Ausfälle vermeiden und Wartungseinsätze optimieren. Predictive Maintenance erhöht die Verfügbarkeit beim Kunden und verbessert die Ressourcennutzung beim Hersteller. Entscheidend ist dabei die digitale Souveränität: Unternehmen müssen kontrollieren können, wo ihre Daten gespeichert und verarbeitet werden. Edge-Computing-Funktionen ermöglichen es, Daten bereits an der Quelle zu filtern und Bandbreite zu sparen. On-Premises oder Cloud-basierte Plattformlösungen schaffen Transparenz durch Visualisierung und skalierbare Architektur.

Sicherer Fernzugriff steigert Effizienz und Kundenzufriedenheit

Remote-Service reduziert Reiseaufwand, verkürzt Reaktionszeiten und verbessert die Arbeitsbedingungen von Service-Teams. Gleichzeitig profitieren Kunden von geringeren Stillstandszeiten und höherer Overall Equipment Effectiveness (OEE). Damit Fernzugriffe kein Einfallstor darstellen, sind verschlüsselte Virtual Private Networks, rollenbasierte Zugriffskonzepte und das Zero-Trust-Prinzip essenziell. Jeder Zugriff wird geprüft, autorisiert und protokolliert. Ergänzende Maßnahmen wie Zwei-Faktor-Authentifizierung und Sitzungsaufzeichnung erhöhen Transparenz und Nachvollziehbarkeit.

OT-Security erfordert Netzwerksegmentierung und Angriffserkennung

Mit zunehmender Vernetzung wächst die Angriffsfläche. OT-Security erfordert daher klare Segmentierungskonzepte. Produktionsbereiche werden logisch voneinander getrennt, um eine unkontrollierte Ausbreitung von Schadsoftware zu verhindern. Moderne Sicherheitsarchitekturen kombinieren Firewalls mit Deep Packet Inspection sowie Intrusion Detection and Prevention Systemen. Auffällige Kommunikationsmuster können so in Echtzeit erkannt und automatisch unterbunden werden.

Regulatorische Anforderungen als Wettbewerbsvorteil nutzen

Mit Vorgaben wie DSGVO, NIS2 und IEC 62443 steigen die Anforderungen an industrielle Cyber-Sicherheit. OT-Security wird damit auch zur Compliance-Frage. Rollenbasierte Zugriffskontrolle, verschlüsselte Kommunikation, lückenlose Protokollierung und transparente Überwachung helfen, regulatorische Vorgaben umzusetzen. Unternehmen, die diese Anforderungen systematisch erfüllen, stärken nicht nur ihre Sicherheit, sondern auch ihre Marktposition.

Fazit: OT-Security schafft Wertschöpfung

OT-Security ist kein reiner Kostenfaktor, sondern ein strategischer Enabler der Digitalisierung im Maschinenbau. Sie schützt nicht nur Anlagen und Daten, sondern ermöglicht datenbasierte Services, effizientere Prozesse und neue Geschäftsmodelle. Wer OT-Security ganzheitlich denkt, verbindet Schutz, Leistung und wirtschaftlichen Nutzen und schafft die Basis für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit.

Autor

Raphael Vallazza
CEO von Endian 

Auch interessant für Sie

Industrial Cybersecurity: Die PKI-Lösung ermöglicht eine zentrale und sichere Verwaltung von Zertifikaten und Schlüsseln
Claroty hat für den aktuellen Report „State of CPS Security 2025" eine Million OT-Geräte untersucht
Kubernetes auf dem Shopfloor: Sichere und zukunftsfähige Geräte- und App-Verwaltung mit „netFIELD“ von Hilscher
Digitale Souveränität mit der Endian Secure Digital Platform
Cyber Security OT - Der NIS2-Workshop von Wago „Cybersecurity im OT-Umfeld - von der Norm zur Umsetzung“ verdeutlicht, dass Unternehmen besser ihre OT-Systeme absichern oder Strafen riskieren
KI wird laut Cybersecurity-Studie von Rockwell Automation bereits von einigen Herstellern zur Risikobewältigung und Verstärkung der Abwehr eingesetzt