Die Smartfactory-KL präsentiert auf der Hannover Messe 2026 den Ausbau ihrer Modellfabrik. Mit der Produktionsinsel „_PHUKET 2.0“ zeigt die Organisation, wie sich moderne Produktionssysteme auf Basis der Smartfactory Architecture realisieren lassen. Die Lösung steht exemplarisch für flexible und skalierbare Produktionsumgebungen und verdeutlicht, wie sich neue Technologien in bestehende Strukturen integrieren lassen.
Steigende Komplexität in der Produktion
Produktionssysteme entwickeln sich zunehmend in Richtung Vernetzung und Dynamik. Gleichzeitig übernimmt Software eine zentrale Rolle bei der Steuerung von Anlagen. Klassische Automatisierungsstrukturen stoßen dabei an Grenzen, da viele Systeme historisch gewachsen und nur schwer miteinander verbindbar sind. Besonders die Integration von IT und OT führt in der Praxis zu komplexen Anforderungen. Während die OT für Stabilität und Echtzeitfähigkeit steht, bringt die IT Skalierbarkeit und Flexibilität ein. Die Kombination beider Welten erfordert daher neue architektonische Ansätze.
Smartfactory Architecture als Ordnungsrahmen
Die Smartfactory Architecture bietet einen strukturierten Ansatz, um diese Komplexität zu reduzieren. Sie setzt auf modulare Strukturen statt auf monolithische Systeme und ermöglicht es, Produktionssysteme schrittweise zu modernisieren. Unternehmen können Innovationen gezielt implementieren und ihre Systeme flexibel erweitern. Im Zentrum stehen Daten, die als standardisierte und kontextualisierte Informationen für unterschiedliche Anwendungen bereitgestellt werden.
Standardisierte Schnittstellen als Integrationsbasis
Ein zentrales Prinzip der Smartfactory Architecture ist die lose Kopplung von Systemen. Komponenten kommunizieren nicht direkt miteinander, sondern über definierte Schnittstellen. Dadurch lassen sich neue Anwendungen einfacher integrieren und bestehende Systeme ohne grundlegende Änderungen erweitern. Wichtige Technologien sind die Asset Administration Shell als digitaler Zwilling sowie OPC UA als Kommunikationsstandard zwischen Maschinen und Integrationsschicht. Ergänzend ermöglicht ein Corporate Data Space die Zusammenführung von Daten aus verschiedenen Quellen.
Prof. Dr.-Ing. Martin Ruskowski, Vorstandsvorsitzender der Smartfactory-KL, erklärt: „Mit der Open Smartfactory Architecture schaffen wir eine Grundlage, um die wachsende Komplexität moderner Produktionssysteme beherrschbar zu machen. Unser Ziel ist es, Unternehmen einen klaren Weg zu zeigen, wie sie ihre Produktion schrittweise digitalisieren und gleichzeitig flexibel sowie zukunftssicher aufstellen können.“
Smartfactory-Konzepte live auf der Hannover Messe
Mit „_PHUKET 2.0“ wird die Smartfactory Architecture erstmals in dieser Form praktisch demonstriert. Besucher erhalten Einblicke in konkrete Anwendungsfälle und Integrationsszenarien. Im Mittelpunkt stehen Lösungen aus den Bereichen Automatisierung, Datenintegration und industrielle IT, ergänzt durch Use Cases aus dem Partnernetzwerk der Smartfactory-KL.
Zu den beteiligten Partnern zählen unter anderem Harting, Pfalzkom, Pilz, Proalpha, Xitaso, Yaskawa Europe, Fraunhofer IESE, „8com Cyber Security“, SSH Communications Security, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz sowie die Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau. Auch das Projekt „Mittelstand-Digital Zentrum Kaiserslautern“ ist auf der Hannover Messe vertreten und zeigt mit dem KI-Demonstrator „DIRKI“ konkrete Anwendungen für den Mittelstand. Sie finden die Smartfactory-KL auf der Hannover Messe 2026 in Halle 13 am Stand C35.