Laut BMC Solutions hat Measx mit „DASYLab 2026“ seine Software für Messdatenerfassung, Analyse und Automatisierung überarbeitet. Ein Schwerpunkt der neuen Version liegt auf der IT-Sicherheit. Hintergrund sind unter anderem die Anforderungen des Cyber Resilience Act und vergleichbarer regulatorischer Vorgaben. Der Hersteller reagiert darauf mit technischen Änderungen, die insbesondere bekannte Schwachstellen, die Integrität von Software-Komponenten und den Build-Prozess betreffen.
Cyber Resilience Act erhöht Anforderungen an Software-Sicherheit
Im Zuge der Überarbeitung wurden nach Angaben des Herstellers nahezu alle bekannten Sicherheitslücken, sogenannte Common Vulnerabilities and Exposures (CVEs), geschlossen. Dazu zählt eine angepasste Fehlerbehandlung beim Einlesen von Schaltbild-Dateien in den Formaten DSB und DSA. Damit adressiert Measx konkrete Schwachstellen innerhalb der Software, statt sich ausschließlich auf zusätzliche Schutzmechanismen außerhalb der Anwendung zu stützen. Für industrielle Anwender gewinnt dieser Ansatz an Bedeutung, da der Cyber Resilience Act die Cybersicherheit zunehmend über den gesamten Lebenszyklus digitaler Produkte betrachtet.
Digitale Signaturen schützen Softwarekomponenten
Zusätzliche Maßnahmen sollen die Integrität der installierten Software verbessern. Programm, Installer und DLL-Dateien werden mit einem Zertifikat von Measx signiert. Beim Programmstart kontrolliert „DASYLab 2026“ außerdem die PE-Signatur der Anwendung. Auch das Laden externer Dynamic Link Libraries (DLLs) wird überprüft. Fehlt bei einer solchen Bibliothek ein gültiges Zertifikat, gibt die aktuelle Version eine Warnmeldung aus. Für spätere Versionen plant der Hersteller, DLLs mit ungültiger Signatur nicht mehr laden zu lassen. Damit soll verhindert werden, dass nicht autorisierte oder manipulierte Komponenten unbemerkt in die Anwendung eingebunden werden.
Cyber Resilience Act beeinflusst auch Build-Prozesse
Sicherheitsmaßnahmen setzen bereits bei der Erstellung der Software an. Measx verwendet für „DASYLab 2026“ den Compiler „Visual Studio 2022“ sowie die Runtime-Version 1.43 und setzt nach eigenen Angaben sicherheitsoptimierte Compiler-Einstellungen ein. Auch die benötigten Microsoft Redistributables werden im Build-Prozess neu heruntergeladen. Dadurch soll das Risiko reduziert werden, dass veraltete oder unerwünschte Komponenten in den Software-Build gelangen.
Aktualisierte Schnittstellen für Mess- und Automatisierungsaufgaben
Neben den Security-Funktionen umfasst das Update verschiedene technische Änderungen für die Messdatenerfassung. Die integrierte „Python“-Umgebung wurde auf Version 3.12.10 aktualisiert. Überarbeitet wurde außerdem der „NI-DAQmx“-Treiber, insbesondere bei der Behandlung von Timeouts und Ersatzwerten für Counter-Kanäle. Korrekturen betreffen zudem die Zeitstempelverwaltung bei CAN-Karten. Am CAN-Ausgang kann die E2E-Prüfsumme nun auch ohne Data Identifier berechnet werden. Ergänzt wird die Version durch einen neuen Informationsdialog und weitere interne Anpassungen.
Software-Sicherheit wird Bestandteil der Produktsicherheit
Die Änderungen verdeutlichen, wie regulatorische Vorgaben zur Cybersicherheit zunehmend in die Entwicklung industrieller Software einfließen. Neben der Beseitigung bekannter Schwachstellen spielen dabei die Prüfung der Software-Integrität, kontrolliert geladene Bibliotheken und abgesicherte Entwicklungs- und Build-Prozesse eine Rolle. Mit den Anpassungen an „DASYLab 2026“ richtet Measx seine Mess- und Automatisierungssoftware stärker auf diese Anforderungen aus. Der Cyber Resilience Act wird damit auch für Anbieter und Anwender industrieller Messsoftware zu einem relevanten Faktor bei der Bewertung der Produktsicherheit.