Speziell für OT-Umgebungen entwickelt, getestet in mehreren industriellen Einsatzszenarien
Siemens und Palo Alto Networks entwickeln Cybersecurity-Lösung für industrielles 5G
Donnerstag, 05. März 2026
| Redaktion
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Siemens und Palo Alto Networks bieten geprüfte Cybersecurity-Lösung für industrielles 5G
Siemens und Palo Alto Networks bieten geprüfte Cybersecurity-Lösung für industrielles 5G, Bild: Siemens

Siemens hat auf dem Mobile World Congress 2026 eine neue Cybersecurity-Lösung für industrielle private 5G-Netzwerke vorgestellt. Die gemeinsam mit Palo Alto Networks entwickelte Architektur kombiniert die private 5G-Infrastruktur von Siemens mit einer KI-optimierten Next-Generation Firewall (NGFW). Ziel ist es, industrielle Kommunikationsnetze zuverlässig zu schützen, ohne die für Produktionsprozesse erforderliche Leistung zu beeinträchtigen. Die Lösung wurde von Siemens umfassend getestet und verifiziert. Sie soll Herstellern ermöglichen, branchenspezifische Sicherheitsanforderungen zu erfüllen und gleichzeitig die hohe Verfügbarkeit und Resilienz moderner Produktionsnetzwerke sicherzustellen. Die Architektur ist Teil des Siemens-Xcelerator-Portfolios.

Siemens adressiert branchenspezifische Sicherheitsanforderungen

„Eine Pharmaproduktion hat andere Sicherheitsanforderungen als eine Automobilmontagelinie", erklärt Michael Metzler, Vice President Horizontal Management Cybersecurity for Digital Industries bei Siemens. „Die verifizierte Lösung von Siemens mit Palo Alto Networks adressiert diese branchenspezifischen Anforderungen durch eine speziell entwickelte Architektur. Hersteller erhalten dadurch sichere 5G-Konnektivität, die auf ihre Betriebsabläufe zugeschnitten ist, ohne Kompromisse bei der Leistung."

Auch Palo Alto Networks sieht in der Kooperation einen wichtigen Schritt für die industrielle Digitalisierung. „Palo Alto Networks und Siemens vernetzen nicht nur die Fabrikhalle. Wir bauen das zentrale Nervensystem für die Zukunft der Industrie. Eine Zukunft, die intelligent, autonom und von Grund auf sicher ist", ergänzt Dharminder Debisarun, Smart Industries Cybersecurity Executive bei Palo Alto Networks.

Industrielle 5G-Netze als Grundlage digitaler Produktion

Mit der zunehmenden Digitalisierung der Produktion wächst auch der Bedarf an leistungsfähiger drahtloser Konnektivität. Private 5G-Netzwerke ermöglichen die zuverlässige Anbindung einer Vielzahl von Sensoren, Maschinen und mobilen Anlagen. Diese Netze gelten als wichtige Grundlage für datengetriebene Produktionssysteme, autonome Transportlösungen und flexible Fertigungsstrukturen.

Cybersecurity wird zum kritischen Faktor in OT-Netzwerken

Mit der stärkeren Vernetzung von Produktionssystemen steigen gleichzeitig die Anforderungen an die Cyber-Sicherheit. Cyber-Angriffe können in industriellen Umgebungen zu erheblichen Produktionsausfällen führen oder sogar die Sicherheit von Mitarbeitern gefährden. Zusätzlich erhöhen regulatorische Anforderungen wie die europäische NIS2-Richtlinie den Druck auf Unternehmen, robuste Sicherheitsarchitekturen umzusetzen.

Viele herkömmliche IT-Sicherheitslösungen sind für industrielle OT-Umgebungen nur eingeschränkt geeignet. Sie berücksichtigen die speziellen Kommunikationsprotokolle industrieller Anlagen häufig nicht ausreichend oder verursachen zusätzliche Latenzen, die Echtzeitprozesse beeinträchtigen können. Für industrielle 5G-Netze werden daher Sicherheitslösungen benötigt, die speziell auf die Anforderungen von Produktionsumgebungen zugeschnitten sind.

Verifizierte Sicherheitsarchitektur von Siemens

Die Zusammenarbeit zwischen Siemens und Palo Alto Networks zielt genau auf diese Anforderungen ab. Die Firewall-Technologie von Palo Alto Networks wurde gezielt für die private 5G-Infrastruktur von Siemens optimiert. Siemens hat die Lösung anschließend in mehreren industriellen Einsatzszenarien getestet. Dabei wurde überprüft, ob die Sicherheitsarchitektur den Anforderungen an Netzwerkresilienz, Verfügbarkeit und Leistungsfähigkeit gerecht wird. Die Cybersecurity-Architektur kombiniert drei zentrale Komponenten, die speziell für industrielle Umgebungen entwickelt und im Siemens Digital Connectivity Lab in Erlangen getestet wurden.

Die private 5G-Infrastruktur von Siemens stellt eine lokal betriebene drahtlose Kommunikation bereit. Sie ermöglicht eine deterministische Konnektivität für mobile und bewegliche Anlagen und sorgt gleichzeitig für Datensouveränität, da die Kommunikation unabhängig von öffentlichen Mobilfunknetzen erfolgt.

Kontinuierliches Sicherheitsmonitoring und Firewall mit Layer-7-Sicherheit

Der Sinec Security Monitor ist eine Software-Lösung von Siemens für kontinuierliches, passives Sicherheitsmonitoring in Produktionsumgebungen. Das System erkennt Kommunikationsanomalien, nicht autorisierte Geräte oder potenzielle Bedrohungen während des laufenden Betriebs, ohne die Anlagen zu beeinträchtigen. Die Next-Generation Firewall von Palo Alto Networks bietet Layer-7-Sicherheit sowie eine Analyse industrieller OT-Protokolle. Mithilfe von Deep Packet Inspection lassen sich Malware, Eindringversuche oder Datenexfiltration erkennen, während gleichzeitig die niedrige Latenz für Echtzeit-Steuerungsanwendungen erhalten bleibt. Die gemeinsam entwickelte Architektur erfüllt die Anforderungen der Norm IEC 62443 für die Sicherheit industrieller Automatisierungs- und Steuerungssysteme. Gleichzeitig unterstützt sie Unternehmen bei der Umsetzung von Defense-in-Depth-Sicherheitsstrategien.

Siemens integriert Lösung in das Xcelerator-Portfolio

Die neue Cybersecurity-Lösung ist ab sofort Teil des Siemens-Xcelerator-Portfolios. Unternehmen sollen damit industrielle 5G-Netzwerke aufbauen können, die sowohl leistungsfähig als auch gegen moderne Cyber-Bedrohungen abgesichert sind.

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